Da nur Orgamitglieder den Text im Spectrum lesen können, poste ich den mal hier... Denn auch in SC ist Ly auf Abwegen.
LyAvain Swansong - Wer bin ich?
Die Vorgeschichte meines Starcitizen Charakters
Ich heisse LyAvain Swansong und bin 40 Jahre alt... Geboren wurde ich in Galways, einer kleinen Siedlung im Wald auf microTech. Meine Vorfahren stammen von amerikanischen Ureinwohnern ab, aber die meisten in Galways hatten irische Vorfahren. Das Leben war einfach und ohne viel Komfort, aber wir waren frei.
Für uns Kinder war der Wald nicht nur Nahrungsquelle, sondern auch Spielplatz und Ort für Abenteuer. Wir liefen ohne Schuhe durch das Gras, bauten Hütten im Wald und erforschten die nähere Umgebung der Siedlung. Zu weit wagten wir uns nicht in den Wald hinein, da immer wieder Rudel von Kopions durch die Wildnis streiften und der Siedlung näher kamen. Aber in die direkte Nähe von Galways wagten sich diese scheuen Raubtiere zum Glück nicht.
War es wärmer als 0° C. wurde auch im Waldsee gebadet. Das kalte Klima von microTech machte uns nichts aus... Wir waren es gewohnt. Jede Temperatur im Plusbereich, war Barfuss-Wetter. Schuhe wurden erst angezogen, wenn der Schnee pulverig wurde und der Frost in die Zehen biss.
Das Wenige, was die Bewohner der Siedlung nicht selber herstellen konnten, wurde bei den ab und zu auftauchenden Händlern eingetauscht. Ansonsten lebten wir von und mit der Natur... Wie unsere Vorfahren auf Terra.
Alles in allem hatte ich eine schöne Kindheit und meine Jugend versprach ebenso schön zu werden. Doch dann tauchte die UEE auf.
Wir waren gerade mit einigen anderen Kindern und Jugendlichen im Wald, als wir plötzlich Triebwerkslärm hörten... Ein Händler? Doch irgendwas war anders. Normalerweise verstummten die Triebwerke nach der Landung... Aber die hier dröhnten weiter.
Wir liefen Richtung Dorf... Und dann hörten wir die Stimme... Verstärkt und durch den Lautsprecher blechern, hallte sie durch den Wald.
„Bewohner von Galways... Ihr bietet einem gesuchten Terroristen Unterschlupf. Nach UEE Recht macht ihr euch damit der Komplizenschaft schuldig und steht hiermit unter Arrest... Solange kein Widerstand geleistet wird, kann die Verhaftung ohne Gewalt erfolgen...“
Doch dann brach Chaos aus... Irgendjemand hatte einen Stein geworfen, mit den Worten „verpisst euch, das ist unser Dorf!“... Die Antwort waren Schüsse aus Automatik-Gewehren und die Explosion eines Hauses.
Panisch suchte ich in der Hölle aus Schüssen, Schreien und Explosionen meine Eltern. Doch bevor ich auch nur in die Nähe unseres Hauses kam, das wie durch ein Wunder noch stand, warf mich ein UEE Soldat zu Boden und drückte mir einen Gewehrlauf in den Nacken... Ich hatte Angst und wollte mich zur Wehr setzen. Zu meinem Glück schoss der Soldat nicht, sondern rammte mir den Gewehrschaft an den Kopf... Die Welt versank im Dunkeln.
Als ich wieder zu mir kam, sass ich mit einigen anderen Bewohnern in Handschellen in einem Truppentransporter. Wir hatten Glück gehabt, man hatte uns verhaftet. Viele waren einfach erschossen worden. Darunter waren auch meine Eltern gewesen, wie sich sehr viel später herausstellte.
Als wir unser Ziel erreichten, wurden wir Jugendlichen von den Erwachsenen getrennt. Die Kinder hatte man gesondert transportiert. Immerhin schienen sie die Kinder zivilisiert zu behandeln.
Wir waren auf einer Raumstation, welche kann ich nicht sagen. Von dort aus verfrachtete man uns in ein anderes System.
Die nächsten Tage waren verwirrend, anstrengend und veränderten mein bisheriges Leben völlig. Tage und Wochen von Befragungen und dann wieder lange Wartezeiten. Immerhin behandelten sie uns recht gut. Wir durften sogar zusammen bleiben, solange wir uns ruhig und friedlich verhielten.
Dann kam der Tag der Verhandlung... Die meisten Erwachsenen landeten für recht lange Zeit, wenn nicht sogar lebenslänglich im Gefängnis, wo sie zur Minenarbeit verdonnert wurden. Wir Jugendlichen wurden vor die Wahl gestellt, entweder etwa 20 Jahre Militärdienst oder deutlich länger ins Gefängnis... Die Chancen waren nach einer ehrenvollen Entlassung aus dem Militär wesentlich besser für uns, als nach über 20 Jahren Knast. Daher wählten die meisten von uns den Militärdienst.
In den zwei Jahren Grundausbildung überlegte ich recht oft, ob Knast nicht die bessere Wahl gewesen wäre. Wir wurden recht hart rangenommen. Später wurde mir klar, dass diese Ausbildung unsere Lebensversicherung war. Ohne den harten Drill hätte ich den Krieg gegen die Vanduul nicht überlebt.
Einige meiner Jugendfreunde schafften es sogar in die Jagdpilotenausbildung. Ich landete zuerst bei den Aufklärern, doch recht schnell merkten die Ausbilder, dass ich eine hervorragende Schützin war. Daher bekam ich eine spezielle Ausbildung und wurde in ein Sonderkommando gesteckt, das hochrangige Ziele des Feindes hinter den Linien ausschaltete... Mein Part war das Ausschalten.
Diese kleine Einheit gut ausgebildeter Soldaten wurde meine neue Familie. Wir hielten zusammen, egal was da kam und konnten uns aufeinander verlassen. Noch heute haben wir Kontakt, auch wenn wir getrennte Wege gegangen waren.
Einen ganz besonderen Draht hatte ich zu meiner Kommandeurin. Irgendwie hatte sie mich fast als ihre Tochter adoptiert und hielt mir den Rücken frei. Auch verhinderte sie, dass ich von der UEE gegen Vogelfreie Gesetzlose eingesetzt wurde. Also gegen meine eigenen Leute. Das rechne ich ihr immer noch hoch an. Sie akzeptierte auch meine kleinen Marotten und Macken. Eine davon war, dass ich fast nie Schuhe trug...
Ich war unter extrem kalten Bedingungen aufgewachsen. Daher waren mir fast alle anderen Systeme und auch sämtliche Gebäude der UEE viel zu warm. Während meine Kameraden dick eingepackt waren, versuchte ich sowenig wie möglich anzuhaben.
Also möglichst nur ein Top unter der Rüstung, Barfuss, keinen Helm, was aber nicht immer möglich war. Ich trug meistens eine Brille, die mir ein HUD auf die Augen projizierte. Oft eckte ich mit diesem Verstoß gegen die Kleiderordnung bei anderen Militärs an. Aber meine Kommandantin verteidigte mich immer wieder und liess mich machen. Denn sie wusste, dass ich ihre beste Schützin war.
Die Zeit im Krieg und auch danach war hart... Ich weiss nicht, wieviele Ziele ich ausgeschaltet habe, aber es waren genug für mehrere Leben. Ich spreche nicht gern darüber.
Nach 20 Jahren aktivem Militärdienst wurde ich mit einer Zeremonie ehrenvoll entlassen und galt von nun an als Veteran der UEE Streitkräfte. Ich bekam ein ansehnliches Startkapital, damit ich mir ein neues Leben als Zivilistin aufbauen konnte...
Ich beschloss, nach microTech zurück zu kehren. Denn es war immer noch meine Heimat, auch wenn ich viele andere Systeme kennen gelernt hatte. Der Konzern hatte meine Leute immer in Ruhe gelassen, es war die UEE, die uns für Vogelfrei erklärt und vertrieben hatte.
Aber bevor ich dort hinfliegen wollte, hatte ich vor mir einen alten Frachter zu kaufen. Ein Kamerad hatte mir einen Kontakt in Area18 auf Arcorp besorgt, bei dem ich eine Argo Raft aus Militärbeständen erwerben konnte und noch diverse andere Dinge. Da meine Ausbildung beim Militär auch das Steuern eines Schiffes beinhaltete, hatte ich die nötige Lizenz dafür. In einer Spezialeinheit wie unserer, musste jeder zur Not unseren Truppentransporter fliegen können. Daher hatten wir alle regelmässig Training im Simulator und auch unter Realbedingungen gehabt. Das kam mir jetzt zu Gute.
Mein Plan war es, ein kleines Unternehmen aufzubauen, das Fracht von A nach B flog... Daher kontaktierte ich die Frau, die sich Twitch nannte und mir das Schiff besorgte. Einige Stunden später stand ich im Hangar und war Besitzerin einer Argo Raft in einem erstaunlich guten Zustand. Der Deal hatte aber einen Haken. Twitch hatte noch eine alte zerlegte Hornet Mk I aus dem ehemaligen Bestand der Squadron 42. Wo Twitch die her hatte, wollte ich garnicht wissen... Und sie wollte den alten Jäger, der in drei Containern verstaut war, loswerden. Daher meinte sie, wenn ich den Frachter haben wolle, müsste ich die alte Hornet auch nehmen... Beide oder keine... Da ich den Frachter haben wollte, nahm ich zähneknirschend auch die alte Hornet. Und so schlecht war der Deal eigentlich gar nicht... Die Hornet war zwar fast ein Museumsstück, aber immer noch ein guter Jäger. Und da der Frachter für sein Alter in einem sehr guten Zustand war, war die alte Hornet quasi eine Dreingabe. Ok... Dann eben beide, der Preis war immer noch fair... Warum niemand diese zerlegte Hornet haben wollte, verstand ich nicht. Warum sie zerlegt war, verstand ich auch nicht... Und warum Twitch die Hornet quasi verschenkt hatte, aber nur fast, verstand ich ebenfalls nicht... Aber solange mir der Deal nicht um die Ohren flog, konnte ich damit leben.
Nachdem die Formalitäten erledigt waren, liess ich die beiden Schiffe auf meinen Namen registrieren, die Container mit der Hornet an den Spaceport liefern und machte mich dann mit dem Frachter auf den Weg nach microTech. Die drei Container mit der zerlegten Hornet waren quasi meine erste Fracht. Der Flug ging recht schnell und es war ein merkwürdiges Gefühl nach Jahren dort wieder zu landen.
Da stand ich nun auf dem Raumhafen von New Babbage, eine entlassene Soldatin in ihrer Felduniform und der altgedienten Einsatzwaffe, die ich hatte mitnehmen dürfen, sowie einem Haufen UECs in der Tasche und zwei alten Militärschiffen. Eins davon als Bausatz.
Immerhin hatte mir eine Kameradin bei den Aufklärern geholfen rauszufinden, wo diejenigen meiner Leute abgeblieben waren, die nicht im Knast oder beim Militär gelandet waren. Es gab in einem Waldgebiet einen Ort namens Astors Clearing, wo sie sich ein neues Leben aufgebaut hatten, nachdem die UEE Galways komplett zerstört hatte. Und dieser Ort war mein Ziel, sobald ich mit zwei Technikern die Hornet wieder zusammen gebaut hatte. Es war ein guter Testflug für das alte Schätzchen...
Meine Ankunft sorgte für etwas Wirbel, da sich hier ganz selten ein bewaffnetes Schiff her verirrte, das nicht gleich schoss... Meistens bedeutete die Ankunft eines Jägers nichts Gutes. Aber es dauerte nicht lange und jemand erkannte mich... Es war ein tränenreiches Wiedersehen.
Danach holte ich meinen Frachter nach Astors Clearing, verstaute die alte Hornet in einem Miethangar in New Babbage und nahm meine Tätigkeit als freie Frachtpilotin auf... Es tat gut wieder bei meinen Leuten zu sein, aber ich merkte sehr rasch, dass ich mich verändert hatte. Daher war es ganz gut, dass ich oft unterwegs war. Das alte Leben von früher konnte ich nicht mehr leben. Jagen gehen, von der Hand in den Mund leben, laufend damit rechnen müssen, dass die UEE auftaucht und Terror macht.
Allerdings brachte ich in Erfahrung, dass einige Bewohner von Galways das Vertrauen in die UEE und ein sicheres Leben auf MicroTech verloren hatten und ins Pyro System ausgewandert waren. Dort versuchen sie sich mit der Hilfe von Citizens for Pyro ein neues Leben aufzubauen. Wenn sich die Möglichkeit ergibt, werde ich dort hin reisen und Kontakt mit ihnen aufnehmen. Allerdings würde das kein Spaziergang werden. Und so stellte ich das erst einmal zurück, bis ich mehr Informationen hatte, wie man dieses Vorhaben ohne grossen Konflikt mit den dort ansässigen Fraktionen durchführen konnte.
Meine über die Jahre angesammelten Waffen, bis auf eine Coda mit Optik und Schalldämpfer, verstaute ich gut und möglichst weit weg. Ich wollte damit für den Moment nichts mehr zu tun haben... Den schweren Revolver behielt ich am Gürtel, da immer wieder wilde Tiere in den Wäldern unterwegs waren, meistens Kopion Rudel. Es wäre leichtsinnig und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch tödlich, die Wälder ohne Waffe zur Selbstverteidigung zu betreten.
Nur wenn es unbedingt sein muss, hole ich die anderen Waffen wieder heraus, um meine Leute zu verteidigen oder jemanden in den Hintern zu treten, der versucht mir oder meinen Leuten weh zu tun. Ansonsten lebe ich ein friedliches Leben und verdiene etwas Geld durch die Frachtfliegerei. Wenn ich mal ein spezielles Schiff brauche, habe ich genug alte Kameraden, die mir etwas besorgen können... Aber die meiste Zeit ist die Raft mein Zuhause und mein Mittel, um in diesem Universum zu überleben.
Oft bin ich auch in New Babbage, um mich dort um Frachtaufträge zu kümmern. Aber so richtig wohl fühle ich mich in der Stadt nicht. Zu gross und zu hektisch.
Ich hoffe ja, dass ich in naher Zukunft genug Geld verdient habe, um mir auf microTech auf einem Stück Land ein Haus bauen zu können. Mit Garten, eigener Wasser- und Stromversorgung. Irgendwo im Grünen, wo es schön ist. Weit weg von New Babbage und irgendwelchen Aussenposten. Bis dahin fliege ich so oft ich kann nach microTech, besuche meine Heimat und meine Leute in Astors Clearing und bringe ihnen Sachen mit, an die sie nicht heran kommen. Sie gelten leider immer noch als Vogelfrei und halten sich daher von den grossen Städten fern.
Mich lässt die UEE in Ruhe. Ich habe dank des Militärdienstes eine UEE Bürgerschaft... Aber dadurch bin ich noch lange keine treue UEE Bürgerin. Solange die UEE mich in Ruhe lässt, lasse ich sie in Ruhe. Ich bin als Duster geboren und werde immer Duster sein... Staubfresser... So nennt die UEE uns. Unsere Vorfahren haben hier schon gesiedelt, bevor die UEE kam und wir werden hier auch noch siedeln, wenn die UEE vergangen ist... Solange müssen wir mit ihr leben...
Irgendwie!
LyAvain Swansong - freie Frachterpilotin